Die Anstrengungen sollen verstärkt werden im Hinblick auf das gemeinsame Ziel: Fortschritte in den wissenschaftlichen Untersuchungen zum Andenspanischen. Die Verknüpfung zwischen verschiedenen Experten eröffnet die Möglichkeit eines Zugangs zu sprachwissenschaftlichen und multidisziplinären Forschungen in Verbindung mit einer größeren Verbreitung der aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten. Einige dieser Arbeiten können auf dieser Website konsultiert werden.
Es handelt sich um einen virtuellen Treffpunkt für all diejenigen, die sich mit der spanischen Sprache, wie sie im Andengebiet gesprochen und geschrieben wird, befassen. Zur Teilnahme eingeladen sind Forscher aus den Bereichen Sprachwissenschaft, Soziolinguistik, Arealtypologie, Sprachen der Urbevölkerung, Ethnologie, Anthropologie usw.
Wir freuen uns sehr über die Mitarbeit junger Doktorandinnen und Doktoranden bei dieser herausfordernden Forschungstätigkeit.
Freiburg, Deutschland, 7. bis 9. Oktober 2009
Bilanz und Perspektiven
Nach Abschluss der Ersten Internationalen Tagung "Andenspanisch" haben die Teilnehmer in folgenden Punkten gemeinsame Vereinbarungen getroffen:
- Arbeitsweise der Wissenschaftler, die das Spanische der Anden erforschen
- Forschungsbereiche
- Verknüpfungen mit anderen Forschungen
- Künftige Aktivitäten
Arbeitsweise der Gruppe
Die Gruppe verpflichtet sich zur Einhaltung eines Verhaltenskodex, der drei Kriterien beinhaltet, die sich sowohl auf die Gruppe an sich als auch auf Faktoren außerhalb der Gruppe beziehen:
- Zusammenarbeit: Die Wissenschaftler unterstützen sich gegenseitig mittels Gedankenaustausch und Koordination von Aktivitäten und Projekten; außerdem arbeiten sie mit Initiativen oder Projekten zusammen, die in Forschergruppen, einheimischen oder öffentlichen Einrichtungen entstanden sind.
- Reziprozität: Die Wissenschaftler profitieren von den Beiträgen der Gruppe und gleichzeitig leisten sie selbst eigene Beitrage; des Weiteren haben sie die Möglichkeit, den an der Recherche beteiligten Personen und/oder Institutionen im Gegenzug die eigenen Forschungsergebnisse zu übermitteln oder in der einen oder anderen Weise zur Verfügung zu stellen.
- Mitverantwortung: Alle Gruppenmitglieder sind für das reibungslose Arbeiten der Gruppe sowie für die Erreichung der Ziele verantwortlich. Für jede neue Aktivität oder Aufgabe wird ein direkt Verantwortlicher (oder mehrere Verantwortliche) bestimmt, aber alle anderen Mitglieder sehen sich ebenfalls als mitverantwortlich.
Forschungsbereiche
Die bereits abgeschlossenen oder noch laufenden Arbeiten der Gruppenmitglieder befassen sich mit folgenden Forschungsgebieten:
- Lexikalische Studien, gemäß strenger lexikografischer Kriterien: Quechuismen und Aymarismen im Andenspanischen; Verzeichnis der Peruanismen, usw.
- Untersuchungen zum grammatikalischen Wandel infolge des Kontakts Spanisch – Quechua/Aymara: Veränderungen des/imSpanischen; Veränderungen des/imQuechua oder Aymara. Grammatikalisierungsprozesse.
- Untersuchungen zu Diskursen, kommunikativen Genres, diskursiven Traditionen, Gesprächen: Manuskripte, andine Chroniken, Lebensgeschichten, Zeugnisse, Erzählungen.
- Soziolinguistische und ethnographisch-linguistische Studien: Identität, Mobilität, Migration, Urbanisation, neue Technologien und deren linguistisches Korrelat.
Verknüpfungen
Die verschiedenen Forschungsbereiche weisen folgende Verknüpfungen auf:
- Bezug auf die Anden, genannt die Anden als operativer Begriff, ein Raum, der aus einer Gesamtheit von Netzen oder Sphären besteht, die ihrerseits aus Gemeinschaften der praktischen Anwendung gebildet werden, in den die kulturelle oder sprachwissenschaftliche Komponente Quechua/Aymara deutlich zu erkennen ist.
- Öffnung zur Interdisziplinarität, ohne aus den Augen zu verlieren, dass das Sprachsystem sowohl eine Tendenz zur Autonomisierung als auch zu seiner funktionellen Öffnung aufweist, und dies im Dienste der Kommunikation in speziellen historischen Kontexten.
- Gemeinsame Suche nach dynamischen und erklärenden theoretischen Rahmen. Es sind bereits Konzepte oder Metaphern erkennbar, die zur Ausarbeitung von Modellen und Theorien beitragen können: Konvergenz, Kategorien im Anfangsstadium, die in Zukunft Gestalt annehmen könnten, Sprache als ein ökologisches Makro, das eine interne Ökologie beinhaltet (Strukturierungen und Restrukturierungen), in Verbindung mit einer externen Ökologie (soziale und ethnographische Bedingungen der Sprecher und Sprachen).
Aktivitäten
Die Gruppe hat zwei Tätigkeitsschwerpunkte: (a) Schaffung, Erstellung und laufende Aktualisierung einer Website; (b) Durchführung von Kolloquien, die persönliche Gespräche, Diskussionen und Entscheidungen bezüglich der geplanten Initiativen und Projekte ermöglichen.
Website
- Kriterien: der Aufbau der Website erfordert folgende Kriterien:
- Berücksichtigung von drei Zielgruppen: Wissenschaftler im Allgemeinen, einschließlich der englischsprachigen; Wissenschaftler des Fachgebiets, also die in der Forschung tätigen Mitarbeiter (Informatiker, einheimische Organismen, öffentliche Einrichtungen, zweisprachige Dozenten usw.); und schließlich die Auftraggeber, die Sponsoren sowie das breite Publikum.
- Bereitstellung der Startseite in zahlreichen Sprachen (Spanisch, Quechua, Englisch, Französisch usw.).
- Aufbau von Links zu anderen andenspezifischen Websites.
- Zuständigkeiten:
- Definition der technischen Kriterien und Vorbereitung der Korpora mit dem Ziel ihrer Bereitstellung auf der Website.
Hella Olbertz und Stefan Pfänder, mit Unterstützung von Daniel Alcón
- Ausarbeitung des Konvergenzkonzepts.
Azucena Palacios und Stefan Pfänder
- Förderung von Diskussionen und Vorarbeiten.
Julio Calvo Pérez, Víctor Fernández Mallat und Juan Carlos Godenzzi
- Aufbau der Transkriptionssysteme für die Korpora.
Mario Soto
- Ausarbeitung einer offenen Bibliographie zur Veröffentlichung auf der Website.
Hella Olbertz und Víctor Fernández Mallat
- Ausarbeitung einer Liste der laufenden und der noch nicht publizierten Dissertationen.
Chiara Albertin und España Villegas
- Auswahl weiterer (nicht akademischer) Typen von andinen Texten.
Marta Bulnes-Vera
- Übersetzung der Startseite der Website in andere Sprachen.
Anna Babel, Víctor Fernández Mallat, Mario Soto, Chiara Albertin
Kolloquien
- Organisation der Zweiten Tagung (Montréal, 20. bis 22. Mai 2010). Verantwortlich: Juan C. Godenzzi und Víctor Fernández.
- Gespräche mit der Pontificia Universidad Católica del Perú und der Academia Peruana de la Lengua zur Vorbereitung der Dritten Tagung in Lima. Verantwortlich: Juan C. Godenzzi.